Dinkelschäler

Wie der Dinkel in unserer Mühle seinen Spelz verliert

Unser Dinkelmehl wird weit herum geschätzt und gilt als Spezialität des Hauses. Dies kommt nicht von ungefähr, denn als traditionelle Röllmühle ist die Mühle Lamperswil seit je her eng mit dem Dinkel verbunden. Dinkel, Einkorn und Emmer sind umgeben von einem sehr wiederstandfähigen Spelz. Dieser schützt einerseits den Kern des Dinkels, aber im Gegensatz zum Weizen lässt sich der Spelz nicht einfach so im Mähdrescher entfernen. Der Spelz wird deshalb mit einem Schäler im sogenannten „Röllgang“ von den Kernen getrennt. In unserer Mühle schälen wir über 1’700 Tonnen Dinkel für unser Mehl, aber auch im Lohn für Landwirte, Vollkornbäckereien und andere Mühlen. Dementsprechen fallen nebst sauberen Kernen auch grosse Mengen an Spelzen in unserer Mühle an, welche sich als Inhalt für gesunde Kissen und als Einstreu in der Landwirtschaft eignen.

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Dinkel – Das Korn der Allemannen

Eingeführt wurde der Dinkel in unserer Region durch die Römer vor rund 3000 Jahren. Bis ins 19. Jahrhundert galt der Dinkel in der Schweiz als das wichtigstes Getreide überhaupt. Dinkel gilt gegenüber dem Weizen als gesünder und kann auch von Personen mit einer Weizenallergie genossen werden. Gegenüber Weizen gilt Dinkel auch als deutlich weniger anfällig auf Nährstoffmangel, Nässe, Schädlinge und Krankheiten. Mit dem Beginn der Industrialisierung und dem Aufkommen von Handelsdüngern und Pestiziden verlor Dinkel vermehrt an Bedeutung. Durch die neuen Hilfsmitteln konnte man mit Weizen – je länger je mehr –  pro Hektar deutlich höhere Erträge erzielen  als mit Dinkel.

Dinkel – Der gesündere Weizen

Dinkel ist eng verwandt mit dem Weizen. Trotzdem gibt es erhebliche Unterschiede bezüglich Aussehen und Inhaltsstoffen. Das Dinkelkorn ist umgeben von einem hartnäckigen Spelz (Schutzhülle) und allgemein länglicher als das Weizenkorn. Dinkel enthält deutlich mehr Nährstoffe wie Proteine, Eisen, Magnesium und Spurenelemente.

Röllmühlen erleben Renaissance

Seit den 90-er Jahren steigt das Bewusstsein nach Qualität und Nachhaltigkeit in der Bevölkerung. Dies hat zur Folge, dass die Nachfrage nach Dinkel wieder stieg. Einen nicht unwesentlichen Anteil zu diesem erneuten Booms trägt auch die IG Dinkel bei, welche die Verarbeitung des Urdinkel bewusst an historisch gewachsene Röllmühlen wie der Mühle Lamperswil vergibt.

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